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"Gehen wir hinaus, um allen das Leben Jesu Christi anzubieten"

Der Frauentreff hat das Hungertuch
für die Fastenzeit gestaltet

Hungertuch

Das Apostolische Schreiben von Papst Franziskus "Evangelii gaudium" über die Verkündigung des Evangeliums in der Welt von heute hat in den Medien ein breites Echo gefunden. Angeregt durch diese Berichterstattung haben wir uns zunächst mit der vom Vatikan herausgegebenen Kurzfassung des Textes auseinandergesetzt. Dadurch konnten wir einen Einblick in das Schreiben gewinnen.

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Prägnante Formulierungen haben uns dann dazu gebracht, Stichworte zu sammeln, die einerseits die Schmerzpunkte unserer heutigen Welt benennen, auf der anderen Seite aber auch Hoffnungswege aufzeigen, die uns durch Jesus Christus gegeben sind und die wir heute in unserer Zeit gehen können. Aus den Gesprächen dazu ist unser diesjähriges Hungertuch entstanden: Die sogenannten "Schmerzpunkte" bilden eine Dornenkrone. Die hellen Grundfarben und die in leuchtendem Rot gestalteten Worte symbolisieren Wege, auf denen die frohe Botschaft von Jesus Christus weitergetragen werden kann.

Der Papst fordert uns auf: "Brechen wir auf, gehen wir hinaus, um allen das Leben Jesu Christi anzubieten. Ich wiederhole hier für die ganze Kirche, was ich viele Male den Priestern und Laien von Buenos Aires gesagt habe: Mir ist eine 'verbeulte' Kirche, die verletzt und beschmutzt ist, weil sie auf die Straßen hinausgegangen ist, lieber, als eine Kirche, als eine Kirche, die aufgrund ihrer Verschlossenheit und ihrer Bequemlichkeit sich an ihre eigenen Sicherheiten zu klammern, krank ist."

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Zu jedem Fastensonntag haben wir Texte aus dem Original-Schreiben ausgewählt und stellen sie Ihnen an den jeweiligen Sonntagen vor. Auch wenn Anführungszeichen fehlen, sind die Sätze authentisch wiedergegeben. Im 5. Kapitel - dem letzten - benennt der Heilige Vater Gründe für eine unbesiegbare Zuversicht:

Die Auferstehung Jesu gehört nicht der Vergangenheit an; sie beinhaltet eine Lebenskraft, die die Welt durchdrungen hat. Es ist wahr, dass es oft so scheint als existiere Gott nicht: Wir sehen Ungerechtigkeit, Bosheit, Gleichgültigkeit und Grausamkeit, die nicht aufhören. Es ist aber auch gewiss, dass mitten in Dunkelheiten immer etwas Neues aufkeimt, das früher oder später Frucht bringt. Das ist die Kraft der Auferstehung. Da wir nicht immer diese aufkeimenden Sprossen sehen, brauchen wir eine innere Gewissheit und die Überzeugung, dass Gott in jeder Situation handeln kann, auch inmitten scheinbarer Misserfolge, denn "diesen Schatz tragen wir in zerbrechlichen Gefäßen" (2 Kor 4,7)

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4. Fastensonntag
Nein zum Krieg unter uns

Wie viele Kriege innerhalb des Gottesvolkes und in den verschiedenen Gemeinschaften! Im Wohnviertel, am Arbeitsplatz - wie viele Kriege aus Neid und Eifersucht, auch unter Christen! Die Welt wird von Kriegen und von Gewalt heimgesucht oder ist durch einen verbreiteten Individualismus verletzt, der die Menschen trennt und sie gegeneinander stellt.

Für diejenigen, die durch alte Spaltungen verletzt sind, ist es schwierig zu akzeptieren, dass wir sie zur Vergebung und zur Versöhnung aufrufen, weil sie meinen, dass wir ihren Schmerz nicht beachten oder uns anmaßen, sie in den Verlust ihrer Erinnerung und ihrer Ideale zu führen.

Es tut mir so weh festzustellen, dass in einigen christlichen Gemeinschaften und sogar unter gottgeweihten Personen Platz ist für verschiedene Formen von Hass, Spaltung, Verleumdung, üble Nachrede, Rache Eifersucht und den Wunsch, die eigenen Vorstellungen um jeden Preis durchzusetzen, bis hin zu Verfolgungen, die eine unversöhnliche Hexenjagd zu sein scheinen.

Wen wollen wir mit diesem Verhalten evangelisieren?

3. Fastensonntag
Nein zur sozialen Ungleichheit, die Gewalt hervorbringt

Solange die Ausschließung und die soziale Ungleichheit in der Gesellschaft und unter den verschiedenen Völkern nicht beseitigt werden, wird es unmöglich sein, die Gewalt auszumerzen. Die Armen und die ärmsten Bevölkerungen werden der Gewalt beschuldigt, aber ohne Chancengleichheit finden die verschiedenen Formen von Aggression und Krieg einen fruchtbaren Boden, der früher oder später die Explosion verursacht. Das in den ungerechten Gesellschaftsstrukturen kristallisierte Böse ist der Grund, warum man sich keine bessere Zukunft erwarten kann.

Es ist unerlässlich, neuen Formen von Armut und Hinfälligkeit - den Obdachlosen, den Drogenabhängigen, den Flüchtlingen, den eingeborenen Bevölkerungen, den immer mehr vereinsamten und verlassenen alten Menschen usw. - unsere Aufmerksamkeit zu schenken.

Ich würde mir wünschen, dass man den Ruf Gottes hörte, der uns alle fragt: "Wo ist dein Bruder?" (Gen 4,9) Wo ist der, den du jeden Tag umbringst in der kleinen illegalen Fabrik, im Netz der Prostitution, in den Kindern, die du zum Betteln gebrauchst, in dem, der heimlich arbeiten muss, weil er nicht legalisiert ist?

Tun wir nicht so, als sei alles in Ordnung! Es gibt viele Arten von Mittäterschaft. Ich bin davon überzeugt, dass sich von einer Öffnung für die Transzendenz her eine neue politische und wirtschaftliche Mentalität bilden könnte, die helfen würde, die absolute Zweiteilung von Wirtschaft und Gemeinwohl zu überwinden.

2. Fastensonntag
Nein zu einer Wirtschaft der Ausschließung

Ebenso wie das Gebot "du sollst nicht töten" eine deutliche Grenze setzt, um den Wert des menschlichen Lebens zu sichern, müssen wir heute ein 'Nein zu einer Wirtschaft der Ausschließung und der Disparität der Einkommen' sagen. Diese Wirtschaft tötet. Der Mensch an sich wird wie ein Konsumgut betrachtet, das man gebrauchen und dann weg werfen kann.

Wir haben die "Wegwerfkultur" eingeführt, die sogar gefördert wird. Es geht nicht mehr einfach um das Phänomen der Ausbeutung und der Unterdrückung, sondern um etwas Neues: Mit der Ausschließung ist die Zugehörigkeit zu der Gesellschaft, in der man lebt, an ihrer Wurzel getroffen, denn man befindet sich nicht in der Unterschicht, am Rande oder gehört zu den Machtlosen, sondern man steht draußen.

Die Ausgeschlossenen sind nicht "Ausgebeutete", sondern "Müll", Abfall.

1. Fastensonntag
Nein zu einer neuen Vergötterung das Geldes

Die Anbetung des antiken goldenen Kalbes (vgl. Ex 32, 1-35) hat eine neue und erbarmungslose Form gefunden im Fetischismus des Geldes und in der Diktatur einer Wirtschaft ohne Gesicht und ohne ein wirklich menschliches Ziel. Es entsteht eine neue, unsichtbare, manchmal virtuelle Tyrannei, die einseitig und unerbittlich ihre Gesetze und ihre Regeln aufzwingt.

Zu all dem kommt eine verzweigte Korruption und eine egoistische Steuerhinterziehung hinzu, die weltweite Dimensionen angenommen haben. Die Gier nach Macht und Besitz kennt keine Grenzen. Hinter dieser Haltung verbergen sich die Ablehnung der Ethik und die Ablehnung Gottes.

Die Ethik erlaubt, ein Gleichgewicht und eine menschlichere Gesellschaftsordnung zu schaffen. In diesem Sinn rufe ich die Finanzexperten und die Regierenden der verschiededen Länder auf, die Worte eines Weisen aus dem Altertum zu bedenken:

"Die eigenen Güter nicht mit den Armen zu teilen bedeutet, diese zu bestehlen und ihnen das Leben zu entziehen. Die Güter, die wir besitzen, gehören nicht uns, sondern ihnen" (Johannes Chrysostomus, De Lazaro conciones)

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Kontakt:
Pfarrbüro St.Josef
Eichwaldstraße 41
60385 Frankfurt am Main
Tel.: 069 / 94 33 22 0
Fax: 069 / 94 33 22 22
E-Mail: pfarrbuero@stjosef-bornheim.de

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